CCS2 vs. NACS: Der Steckerkrieg in Europa

NACS hat in Nordamerika gewonnen. Doch wie sieht es in Europa aus? Wir analysieren die Zukunft des CCS2-Standards und Teslas europäische Strategie.

Warum CCS2 Europas Standard wurde

Die Europäische Union hat CCS2 (Combined Charging System 2) ab 2025 an allen öffentlichen Schnellladestationen vorgeschrieben. Das war nicht nur eine technische Präferenz, sondern ein strategischer Politikschritt zur Sicherung der Interoperabilität auf dem ganzen Kontinent.

CCS2 kombiniert einen AC-Typ-2-Anschluss mit DC-Schnelllade-Pins in einem einzigen Gehäuse. Die große Mehrheit der europäischen Fahrzeuge — VW ID-Serie, BMW iX, Hyundai IONIQ 6, Mercedes EQS — wird heute mit CCS2-Einlass ausgeliefert.

Der Aufstieg von NACS und seine europäische Auswirkung

Der North American Charging Standard (NACS), von Tesla entwickelt und 2022 als SAE J3400 standardisiert, wurde in Nordamerika zum De-facto-Standard, nachdem Ford, GM, Rivian, Honda und andere die Übernahme ab Modelljahr 2025 ankündigten.

In Europa öffnete Tesla sein Supercharger-Netzwerk jedoch über CCS2-Adapter, und europäische Model 3/Model Y-Varianten werden mit CCS2-Einlass geliefert. NACS stellt in Europa kurzfristig keine Bedrohung dar.

KolayCharge-Perspektive

Laut der KolayCharge Compat-Datenbank sind 94 % der auf dem europäischen Markt verkauften Fahrzeuge CCS2-kompatibel. Die Anzahl der NACS-fähigen Fahrzeuge auf dem EU-Markt liegt derzeit nahezu bei null. Dieses Bild wird sich vor 2027 voraussichtlich nicht ändern.